Neue Drogen – legal lebensgefährlich?

Ein Film von Christian Stracke und Anna-Lisa Gasteier 

Legal Highs – Substanzen, die harmlos klingen und als Badesalz, Duft- oder Kräutermischung angeboten werden. Sie sollen der Entspannung dienen und sind ganz einfach übers Internet zu kriegen. Doch Legal Highs sind hochgefährlich.

Der Konsum dieser Kräutermischungen endet immer öfter tödlich. Analysen zeigen: Fast alle Produkte enthalten Stoffe, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Sie wirken ähnlich wie Cannabis, Ecstasy oder Kokain, nur um ein Vielfaches stärker.

Synthetische Cannabinoide sind sogenannte Voll-Agonisten – klassisches Cannabis nur ein Teil-Agonist. Das heißt: Beim herkömmlichen Marihuana-Konsum werden nur einzelne Rezeptoren in Gehirn und Körper stimuliert, bei der synthetischen Variante alle.
Die Folgen sind verheerend: Es kommt zu Panikattacken, Wahnvorstellungen, Muskelkrämpfen, Kreislaufzusammenbrüchen, Herzinfarkten, Psychosen und – im schlimmsten Fall – sogar zum Tod. Innerhalb weniger Jahre hat sich die Zahl der Toten in Deutschland mehr als verzehnfacht. Eine abschließende Einschätzung der Langzeitfolgen beim Konsum von „Legal Highs“ gibt es allerdings nicht, weil derzeit noch keine systematischen Studien vorliegen, da immer wieder neue synthetische Substanzen auf den Markt kommen.

2016 reagierte die Bundesregierung mit einem Gesetz, das die Verbreitung der „Legal Highs“ endlich stoppen sollte, dem „Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“ – kurz: NpSG. Erstmals wurden ganze Stoffgruppen verboten, vor allem synthetische Cannabinoide und sogenannte 2-Phenylethylamine. Viele der „Legal Highs“ sind jetzt zwar durch das neue Gesetz verboten, doch den Internet-Versand zu überwachen und die im Ausland agierenden Anbieter, die immer wieder neue Stoffgruppen entwickeln und anbieten, zu belangen, ist sehr schwierig.

Erstausstrahlung
Donnerstag, 21.11.2019, um 20:15 Uhr in 3sat

 

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