ZDFinfo – Whistleblower

Sie verlieren ihren Job, werden für verrückt erklärt, vor Gericht gestellt und verurteilt: Whistleblower. Denn was die einen für einen Dienst an der Gesellschaft und an der Wahrheit halten, ist für andere schlicht Verrat von Staatsgeheimnissen oder Unternehmensinterna. Whistleblower riskieren viel – und zahlen oft einen hohen Preis für ihr tun. Was treibt diese Menschen an? Wie verändert sich ihr Leben? Und wann werden Sie zum Whistleblower?

Diesen Fragen stellt Stefan Jäger in den Mittelpunkt seines Films Whistleblower – Der Preis der Wahrheit.

Zum Beispiel Sarah Harrison, enge Vertraute von Wikileaks Gründer Julian Assange und Helferin bei Edward Snowdens Flucht von Hongkong nach Moskau. Drei Jahre durfte sie danach nicht in ihr Heimatland England reisen. Sie lebt unter permanenter Beobachtung mit allen Konsequenzen. Sie treibt die Lust am Kampf für Gerechtigkeit – ein Abenteuer? „Ja, stimm schon“, sagt Sarah Harrison, „aber ich bin nicht naiv. Ich weiß genau, dass das Risiko echt ist und doch glaube ich an den Kampf. Und ein bisschen genieße ich es auch.“

Von genießen kann bei Brigitte Heinisch keine Rede sein. Die gelernte Altenpflegerin aus Berlin machte Missstände bei der Arbeit im Pflegeheim öffentlich. Nach jahrelangem Kampf steht sie heute ohne Beruf da und leidet unter Depressionen. Und trotzdem würde sie jederzeit wieder zu Whistleblowerin werden: „Das kann man nicht beschreiben, das ist auch aus meiner tiefsten Überzeugung heraus gekommen. Nur aus einer tiefen Überzeugung heraus kann man so eine Widerständigkeit entwickeln“, erzählt Heinisch.

Whistleblower und ihre Geschichten, das hat Stefan Jäger bei der Arbeit zum Film gelernt, sind einzigartig. Was sie eint ist der Drang nach Gerechtigkeit, Dafür sind sie bereit, viel zu geben. Wie wichtig sie für eine funktionierende Demokratie sind ist allerorten zu sehen. Gleichwohl existiert ein echter Schutz für Whistleblower bis heute nicht.

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